
1 Alzheimersche Krankheit
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Sprache, des Gedächtnisses und der Körperkontrolle, was eine permanente
Betreuung unumgänglich macht.
Die Alzheimersche Krankheit ist eine sehr komplexe und genetisch heterogene
Erkrankung, bei der man zwischen den sporadischen und den selteneren familiären
Formen unterscheidet. Im Gegensatz zu Patienten mit sporadischer Alzheimer-
Demenz treten die ersten klinischen Anzeichen bei genetisch bedingten
Erkrankungen schon im mittleren Lebensabschnitt auf. Mutationen verschiedener
Gene konnten mit der familiären Form der Alzheimerschen Krankheit in Verbindung
gebracht werden. Zu den wichtigsten zählen genetische Veränderungen auf
Chromosom 21, welche das β-Amyloid-Vorläuferprotein (amyloid precursor protein,
APP) kodieren, sowie Mutationen auf Chromosom 14 (Presenilin1) und Chromosom
1 (Presenilin2). Neuropathologisch unterscheiden sich sowohl die sporadische Form
als auch die familiäre Form der Alzheimer-Demenz kaum. Neben der Atropie
bestimmter Hirnareale lassen sich in den Hirnen der Alzheimerpatienten
charakteristische proteinhaltige Ablagerungen nachweisen: die „Amyloid-Plaques“
und die „Neurofibrillären Bündel“.
Bei den „Amyloid-Plaques“ handelt es sich um kompakte extrazelluläre Aggregate
des „Amyloid-β-Peptides“ (Aβ),
[10]
welche vor allem in limbischen Gehirnregionen, wie
dem Hippocampus und der Amygdala, sowie kortikalen als auch subkortikalen
Bereichen zu finden sind.
[9]
Die „Neurofibrillären Bündel“ (neurofibrillary tangles;
NFTs) sind intrazelluläre flammenförmige Anhäufungen abnormer Filamente in den
Nervenzellen. Hauptbestandteil dieser Neurofibrillären Bündel ist das in
pathologischer Weise veränderte Tau-Protein, ein neuronales Mikrotubulin
assoziiertes Protein.
[11,12]
Dieses veränderte Tau ist im Gegensatz zum löslichen,
„normalen“ Tau nicht an Mikrotubuli gebunden, sondern abnormal hochgradig
phosphoryliert und teilweise fragmentiert. Ausgehend von der Identifizierung dieser
proteinhaltigen Ablagerungen wurde vor dem Hintergrund der molekulargenetischen
Ergebnisse der familiären Form der Alzheimer-Demenz die Hypothese der β-
Amyloid-Toxizität a/jointfilesconvert/340772/bgeleitet. Danach ist die Bildung bzw. Ablagerung des Aβ über
eine komplexe pathologische Kaskade mit der Entstehung der Neurofibrillären
Bündel verbunden, die letztendlich zum neuronalen Tod der Nervenzellen führt und
somit das klinische Bild einer Alzheimer-Demenz begründet.
[13]
Die Diagnose von Morbus Alzheimer wird von verschiedenen Problemen begleitet.
Vor allem besteht die Schwierigkeit, die Krankheit im Anfangsstadium zu erkennen
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