
9 Synthese von Tau-Aggregations- und Depolymerisations-Inhibitoren
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miteinander, so erkennt man, dass die Pyridinverbindungen 294-298 alle einen
erheblich höheren Wert als die Benzimidazolverbindung
321 aufzeigen.
Unter Berücksichtigung aller erwähnten Faktoren scheinen deshalb die
Benzimidazolverbindungen
321-323 die vielversprechendsten Kandidaten dieser
Generation zu sein, so dass es nahe liegt dieses Motiv als neue Leitstruktur zur
weiteren Verbesserung der Aktivität heranzuziehen.
9.4.2 Aktivitäten der Benzothiazole 387-393
Die Aktivitäten der Benzothiazole 387-393 können relativ schnell a/jointfilesconvert/340772/bgehandelt
werden. Im Gegensatz zum Benzoxazol
256, welches als Leitstruktur diente und
sowohl als Aggregations- als auch als Depolymerisations-Inhibitor eine relativ hohe
Aktivität (IC
50
= 2.0 µM, DC
50
= 3.0 µM) zeigt, besitzen die Benzothiazol-Derivate
387-393 IC
50
- und DC
50
-Werte >200 µM. Ob der Grund für diese enorme Abnahme
der Aktivität an dem veränderten Grundgerüst oder an dem veränderten
Substitutionsmuster bedingt durch die unterschiedliche Wahl der zum Aufbau
benötigten Aldehyde liegt, kann ohne weitere Untersuchungen nicht gesagt werden.
9.5 Zusammenfassung & Ausblick
Ausgehend von einer Substanzbibliothek von 200.000 Substanzen konnte durch
Anwendung des ThS-Assays bei 1266 Verbindungen eine Hemmung der Tau-
Aggregation nachgewiesen werden. Bei der Untersuchung dieser 1266 Strukturen
stellte sich heraus, dass 77 Substanzen außerdem bestehende Tau-Aggregate
wieder auflösen. Unter Verwendung des Programms CATALYST
®
wurde daraufhin
ein pharmakophores Modell erstellt, mit dessen Hilfe ein virtuelles Screening einer
Bibliothek von 59676 kommerziell erhältlichen Verbindungen durchgeführt werden
konnte. Ergebnis war eine Liste von 136 potentiellen neuen Wirkstoffkandidaten, von
denen willkürlich 19 Verbindungen ausgesucht und biologisch getestet wurden. Bei
zwei Substanzen konnten vielversprechende Aktivitäten festgestellt werden, wobei
allerdings eine Leitstruktur (
241) mit einem Michael-Akzeptor-Strukturfragment für
eine Wirkstoffentwicklung ausschied (Abb. 9.13).
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